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Der Club der harten Typen
Bücher von spanischen Verlagen und spanischen Literaturagenturen mit verfügbaren Übersetzungsrechten für den deutschen Sprachraum.
Autor: Rafael Galán, Fernando Montero
Verlag: Gestión 2000, 2010, 224 Seiten
Genre: Ratgeber
GutachterIn: Maria-Theresia Kaltenmaier
El club de los tipos duros. Consejos inquietantes para poner firmes a jefes y a compañeros de trabajo von Rafael Galán und Fernando Montero ist im weiteren Sinn in den Ratgeberjournalismus einzuordnen. Die Autoren geben sich als Experten in Coaching und legen mit ihrem Titel einen Ratgeber für leidgeplagte Manager, Chefs und Arbeitskollegen auf der Suche nach Lösungen für ihre alltäglichen Probleme am Arbeitsplatz und im Betrieb vor. Es handelt sich bei diesem Managerhandbuch jedoch um eine Parodie auf die seit einigen Jahren im Überfluss auf dem Markt sprießenden Selbsthilferatgeber für den Managementbereich, die sich, wie bereits Titel Der Club der harten Typen und Coverdesign verraten, als Anti-Ratgeber erweist, mit dem sich lästige Beziehungen am Arbeitsplatz besser bewältigen lassen sollen.
Rafael Galán ist Journalist und arbeitete für die Zeitungen ABC und El Día de Valladolid sowie für die Wirtschaftszeitschrift Emprendedores. Eine Veröffentlichung des Autors ist „El error positivo“ (Der positive Fehler).
Fernando Montero ist stellvertretender Direktor der Zeitschrift Emprendedores, er arbeitete für die Wirtschaftsfachzeitschrift IPMARK und Agenturen wie OTR Press. Er ist Autor des Titels „Marketing de periódicos y revistas“ (Zeitungs- und Zeitschriftenmarketing) und eines Blogs zu kreativem Journalismus (blogdeperiodismocreativo.wordpress.com)
Diese beiden „perversen Köpfe“ – so der Klappentext – schufen auch die Titel „La empresa según Homer Simpson. Una visión muy particular sobre liderazgo, gestión y desarrollo profesional“ (Das Unternehmen nach Homer Simpson. Eine ganz besondere Sichtweise auf Führungsrollen, Management und berufliche Entwicklung), 2008, und „Kama Sutra en la empresa. 69 posturas que te darán placer en el trabajo“ (Kama Sutra im Betrieb. 69 Stellungen, die dir bei der Arbeit Lust bereiten), 2009, beide erschienen bei Gestión 2000.
Das Buch ist in Ratgebermanier sehr handlich und klar strukturiert und in Form pädagogischer Lehrmittel aufgebaut. Es besteht aus vier Kapiteln: der Einleitung, den Regeln des Clubs, dem Hauptteil, mit der Darstellung der harten Typen und Typinnen in Unterkapiteln, 36 an der Zahl – wobei die letzten beiden Unterkapitel für diejenigen Rat Suchenden, die noch Lust auf mehr Beispiele haben (35), und zur praktischen Anwendung der gelernten Lektionen (36) gedacht sind –, und zuletzt der Satzung des Clubs der harten Typen.
Anhand zahlreicher Beispiele von Dialogen bzw. Monologen aus den verschiedensten Kinoszenen des 20. Jahrhunderts bis heute entsteht eine Satire auf das moderne Managerhandbuch und den Selbsthilferatgeber als solchem. Die Autoren zitieren ungeniert famose fiese und harte Typen aus Film und Fernsehen. Da sind Walter Matthau alias Walter Burns, Robert De Niro, Anthony Hopkins alias Hannibal Lecter, Uma Thurman, Vito Corleone in „Der Pate“, Hugh Laurie alias Gregory House, die auf perfide, grausame oder fiese Weise mit ihren Nächsten umgehen, aber da sind auch Antihelden, wie Woddy Allen in „Mach’s noch einmal, Sam“, oder die Harten mit dem weichen Kern, wie Humphrey Bogart in „Casablanca“, und viele mehr.
Zu Beginn jedes Kapitels werden Film, Darsteller und Lernziel vorgestellt. Hart sein ist die Devise, wenn man sich als Chef oder vor einem tyrannischen Chef oder einem intriganten Kollegen behaupten will. So kann es für einen Chef manchmal besser sein, gefürchtet als bewundert zu werden. Oder für einen Kampf zwischen Kollegen kann das Ziel lauten: Wie kann ich meine Gegner moralisch kleinkriegen?
Der Rat suchende Leser wird sodann in die jeweilige Filmszene eingeführt und an Verhaltensweisen herangeführt, die er oder sie zur Bewältigung des Bürokampfes einzuüben hat, d. h. in der Praxis, am Ende jedes Kapitels sind ausgewählte Dialogsätze vor dem Spiegel einzustudieren.
Der zynische Stil des Textes ist bezeichnend, unterlegt mit coachinggeschulter Rhetorik. Die Autoren nehmen dabei vor allem sich selbst auf die Schippe, unken über ihr eigenes Buch, lassen den Leser nicht locker, sich selbst zu entlarven und vor dem Spiegel seine Sätze auswendig zu lernen, um in den Club der harten Typen einsteigen zu können.
Auch wenn die Satire als Lehrmittel in Ratgebern keine Neuheit ist, haben Galán und Montero doch eine durchaus gelungene Idee mit ausgezeichnetem Humor umgesetzt: Kinofieslinge und Fernsehrohlinge, aber auch Antihelden als Vorbilder in unserer Galerie für das alltägliche Vorbereitungstraining für den quälenden Büroalltag.
Ein nicht gerade an Film interessierter Rat Suchender könnte nach der Lektüre gegebenenfalls zum Kinogänger werden.
Es ist ein nicht unbedingt notwendiges, aber ein köstliches und sehr unterhaltsames Buch.