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El espía imperfecto

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Gutachterin: Sonja Finck

Iñaki Sagarzazu aus der Führungsriege von ETA wendet sich an seinen alten Freund Eduardo Navarro, einen Journalisten, weil er den bewaffneten Kampf aufgeben und ETA auffliegen lassen will. Eduardo bringt ihn mit Miguel Maestre zusammen, einen Agenten des spanischen Inlandsgeheimdienstes CNI. Miguel und Iñaki beginnen sich zu treffen, und im Verlauf ihrer Gespräche kommen immer mehr Einzelheiten aus Iñakis und Eduardos Vergangenheit ans Licht. So waren beide einst in Izaskun verliebt, die jedoch mit der damaligen Nummer eins von ETA liiert war, einem Mann namens Domingo, der bei einem Autounfall ums Leben kam.
Nachdem bei ihm Magenkrebs im Endstadium diagnostiziert worden ist, verspürt Iñaki das Bedürfnis, Izaskun zu beichten, dass er Domingo auf dem Gewissen hat. Aus Eifersucht ließ er sich von dem damaligen ETA-Führungskreis dazu überreden, Domingo zu ermorden, weil dieser einen Waffenstillstand mit der Regierung aushandeln wollte. Mittlerweile von Reue und Schuldgefühlen zerfressen, will Iñaki ETA auffliegen lassen, um sich dafür zu rächen, dass er von der Organisation zum Mörder gemacht wurde.
Dann überstürzen sich die Ereignisse: Auf der französischen Seite der Grenze soll Iñaki zufolge ein großes Treffen des militärischen und des politischen Flügels von ETA stattfinden. Doch als die französische Polizei zusammen mit dem spanischen Geheimdienst eine Razzia macht, stellt sich heraus, dass das vermeintliche ETA-Treffen ein Sommerlager für Kinder ist. Mittlerweile ist der ETA-Führungsriege nämlich klar geworden, dass sich in ihren Reihen ein Verräter befindet. Auch Miguels Vorgesetzte beim CNI beginnen Iñaki zu misstrauen und wollen ihn vor Gericht bringen. Bei der Überquerung der französisch-spanischen Grenze wird Iñaki von der Guardia Civil festgenommen und anschließend an einem geheimen Ort festgehalten. Miguel beschließt, ihn im Alleingang zu befreien, weil es für ihn eine Frage der Ehre ist, zu seinem Wort zu stehen und Iñaki sowohl vor dem CNI als auch vor ETA zu schützen. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion befreit er Iñaki aus dem schwer bewachten Haus. Um ihm zur Flucht aus Spanien zu verhelfen, vereinbart Miguel ein Treffen im Hafen von Santander, wo er ihm Geld und einen Pass übergeben will. Doch bevor Iñaki den Treffpunkt erreicht, wird er von einem ETA-Kämpfer ermordet. Abschließend erfährt Miguel auf einem Empfang des CNI, dass die Regierung hinter seinem Rücken einen Waffenstillstand mit ETA ausgehandelt hat und Iñaki nichts als ein Bauernopfer war.
So nimmt der Roman am Ende noch einmal eine überraschende Wendung. Dem Autor gelingt es hervorragend, den Spannungsbogen bis zum Ende zu halten, indem er Informationen nur stückchenweise preisgibt und die Vergangenheit und die Motive seiner Figuren erst nach und nach aufdeckt.
Eine weitere Stärke von El espía imperfecto ist die anschauliche und bisweilen recht poetische Schilderung der körperlichen Symptome und Schuldgefühle eines Mannes, der mehrere Menschenleben auf dem Gewissen hat. Auch die Konsequenzen der ETA-Morde für die baskische Gesellschaft werden eindringlich beschrieben. Dennoch handelt es sich streng genommen um keinen politischen Roman, vielmehr gebraucht Caballero den politischen Hintergrund als Folie, um eine Geschichte um Verrat, Freundschaft, Liebe und Misstrauen zu erzählen. 

  • EL ESPIA IMPERFECTO
    Der unvollkommene Spion
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