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El manuscrito de piedra

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Gutachterin: Elisabeth Müller

Der spannende historische Krimi ist im ausgehenden 15. Jh. im spanischen Salamanca angesiedelt. Rahmen der Handlung ist die unter den „Katholischen Königen“ wütende Inquisition, wobei der akademischen, religiösen und politischen Welt durch verschiedene historische Figuren auf packende Weise eine Stimme verliehen wird.
Als Hommage an den spätmittelalterlichen Schriftsteller Fernando de Rojas wählt García Jambrina dessen Biographie als Vorlage für seinen gleichnamigen Protagonisten. Dieser stammt aus einer zum Christentum konvertierten jüdischen Familie und studiert in Salamanca Jura im zweiten Jahr, als sein Vater grundlos der Ketzerei beschuldigt wird, vermag Fernando, durch seine guten Beziehungen zur Kirche und durch seine Redegewandtheit, ihn auch dieses zweite Mal vor dem Scheiterhaufen zu bewahren. Damit begibt er sich aber in die Hände der kirchlichen Obrigkeit, die von Rojas verlangt, seinen christlichen Glauben unter Beweis zu stellen, indem er sich zu jedem Dienst bereit erklärt. Als dann Bruder Tomás heimtückisch vor der Kathedrale niedergestochen wird, bevor er dem Bischof Diego de Deza ein schwerwiegendes Geheimnis anvertrauen kann, wird Fernando de Rojas als Ermittler eingesetzt.

Die bewegte – und finstere - Regierungsepoche von Isabella und Ferdinand, unter deren Herrschaft Spanien nicht nur die Inquisition einrichtete und Juden und Mauren des Landes verwies oder zum christlichen Glaubens zwang, sondern auch Kolumbus’ Reisen in die ‚neue Welt’ förderte, war gleichzeitig der Moment, in dem sich eine aufklärerische Bewegung formierte, um Politik, Kirche und Lehre zu erneuern. Im Roman ist der Universitätsdozent Pedro de Osma Fürsprecher dieser Erneuerung. Als er strafversetzt wird, tritt der ebenfalls an der Uni lehrende Roa seine ideelle Nachfolge an, der das einfache Volk, Handwerker und Kaufleute, aber auch Studenten um sich schart und im Untergrund subversive Pläne schmiedet.
Nachdem auch der spanische Thronfolger Juan bei einem Aufenthalt in Salamanca den Tod findet, verlässt der Bischof aus Furcht vor möglichen Sanktionen der Krone fluchtartig Salamanca, und Rojas’ Auftrag besteht nunmehr darin, die hinter den Morden vermutete Verschwörung von Juden und Ketzern aufzudecken, welche die katholische Religion von innen untergraben wollen. Rojas vermutet, dass Prinz Juan im Freudenhaus mit einem Potenzmittel vergiftet wurde.

Als der dritte Mord geschieht und die von Prinz Juan in Salamanca aufgesuchte Hure ertränkt in einem Brunnen aufgefunden wird, ist Rojas schon zu weit in die Verbrechen verwickelt, um einen Rückzieher zu machen. Er wird zum Angreifer und setzt seinem Verfolger nach. Da beginnt eine abenteuerliche Jagd durch die Krypta einer Kirche mitten hinein in Salamancas Unterwelt, eine weitläufige Höhle in der sich Juden versteckt halten und alle möglichen Banditen und Ausgestoßene der Gesellschaft ihr Unwesen treiben.

Dort vermag Rojas schließlich die Urheber der aus Rache an der Obrigkeit begangenen Morde zu stellen und kommt wie durch ein Wunder selbst mit dem Leben davon.

Für die Übersetzung ist das Buch wegen seines Unterhaltungswertes und seines historischen Informationsgehalts zu empfehlen.

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