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Friedrich. Tennis auf Eis
Bücher von spanischen Verlagen und spanischen Literaturagenturen mit verfügbaren Übersetzungsrechten für den deutschen Sprachraum.
Autor: Maxi Luchini
Verlag: Bang. ediciones, Col.lecció Mamut, 2009, 36 Seiten
Genre: Kind
GutachterIn: Silke Kleemann
(Gemeinsames Gutachten für “Federico. Tenis sobre hielo“ und „Manú en la playa”)
Zwei Comics für Erstleser ab drei Jahren. Originelle Bildgeschichten fast ganz ohne Worte. Kinder können sie allein durchblättern und "lesen", oder sie sich gemeinsam mit Erwachsenen anschauen, erzählen lassen und selbst erzählen. Großer Lesespaß, sehr zu empfehlen!
In der Collecció Mamut gibt es Comics für junge Leser in drei Kategorien: ab 3, ab 6 und ab 9 Jahren. Die beiden vorliegenden Bände sind ab 3 Jahren, und ich konnte ihren Erfolg an meinem eigenen 3-jährigen Sohn und einigen seiner Freunde testen. Die Geschichten lassen sich wunderbar nur anhand der Bilder verstehen, auch von den Kindern allein, wobei sie es natürlich genießen, zusätzlich erzählt zu bekommen oder auch selbst anhand der Bilder zu erzählen. Die Geschichten sind in beiden Büchern sehr nett, originell, sanft pädagogisch und liebevoll. Die Zeichnungen überzeugen in "Manu" noch ein bißchen mehr, aber auch "Federico" mit etwas weniger ausgefeilten Bildern und einer etwas simpler gestrickten Erzählung funktioniert gut und macht Freude beim Lesen, ist schon für die ganz Kleinen gut nachvollziehbar.
In "Manu" fährt ein kleines Mädchen mit seinen Eltern aus der Stadt an den Strand. Beim Buddeln im Sand stößt sie auf ein vergrabenes Mammut, und nach dem anfänglichen (beiderseitigen!) Schreck werden die beiden Freunde und spielen zusammen mit Wasser, Sand und allem, was ihnen dort so begegnet. Es sind lustige und teils absurde Begebenheiten, z.B. möchte das Mammut dem Mädchen einen Tintenfisch aus den Haaren ziehen, schluckt ihn dabei erst versehentlich runter und dann neben dem Tintenfisch alles mögliche andere wieder mit aus - das trifft den Humor von Kindergartenkindern gut. Am Ende des Buchs fällt der Abschied den beiden schwer, und schließlich reist das Mammut auf dem Autodach als blinder Passagier mit in die Stadt. Auf den Innenumschlagbildern sieht man, wie das Mädchen abends im Bett ein Buch über Mammuts liest, dadurch wird eine Metaebene zum Traum- oder Vorstellungsgeschehen angelegt, die auch kleine Kinder schon verstehen können.
In "Federico" ist die Hauptfigur eine kindliche Fantasiegestalt, die am Nordpol wohnt. Man sieht Federicos Morgenroutine in seinem großen Igluhaus, dann fliegt ein Ball durchs Fenster und vor der Tür liegt ein Geschenk - ein Tennisschläger von seinem Pinguinfreund. Der Ball fliegt beim Tennisspielen ins Wasser, und so finden sie eine Art goldenes Füllhorn. Federico - und später auch ein großer Eisbär - pusten hinein, und das Füllhorn spuckt viele bunte Farbkleckse aus, die dem ewigen Eis und ewigen Weiß am Nordpol ein ganz anderes Aussehen verleihen. Am nächsten Morgen malt Federico nicht mehr nur Bilder in Blau- und Grautönen, sondern nutzt die ganze Farbpalette, die er nun kennengelernt hat.
Ich habe Comics dieser Art ohne Worte und mit netten kleinen Geschichten nach Kindergeschmack im deutschen Buchhandel noch nicht gesehen. Zumindest diese beiden Bände funktionieren einwandfrei und sind ein schönes Leserlebnis für Kleine und Große. Vor allem gefällt mir, daß sie stark zum eigenen Erzählen von komplexeren Sachverhalten anregen, Geschichte und Bild fallen gut zusammen. Sehr zur Veröffentlichung für den deutschen Markt zu empfehlen.