New Spanish Books DENew Spanish Books DE
  • NSB UK
  • NSB DE
  • NSB FR
  • NSB JP 日本
  • NSB US

New Spanish Books: Der Online-Guide für Bücher aus Spanien mit verfügbaren Übersetzungsrechten für den deutschen Sprachraum

  • Kontakt
  • Über uns
  • Startseite
  • Buchtipps unserer Experten
  • Neue spanische Bücher
  • Feature
  • Interview
  • Aktuelles
  • Termine
  • Nützliche Informationen

New Spanish Books

WAS FINDEN SIE AUF DIESER SEITE?

Bücher von spanischen Verlagen und spanischen Literaturagenturen mit verfügbaren Übersetzungsrechten für den deutschen Sprachraum.

Weiterlesen

Buchtipp-Archiv

  • Frühjahr 2011
  • Herbst 2010
  • Frühjahr 2010

Bücherarchiv

  • Frühjahr 2011
  • Herbst 2010
  • Frühjahr 2010
Startseite

La estrategia del agua

  • Printer-friendly version
  • Facebook
  • LinkedIn
  • Twitter
  • Send to friend
  • PDF version

Autor: Lorenzo Silva

Verlag: Bainet Editorial 2009, 278 Seiten

GutachterIn: Sabine Giersberg

Bei dem vorliegenden Roman des Autors Lorenzo Silva (* 1966 in Madrid) handelt es sich um den zuletzt erschienenen Band einer Krimireihe um die Ermittler Rubén Bevilacqa , genannt Vila, und Virginia Chamorra, Beamte der Guardia Civil. Der erste Band erschien bereits 1998 (El lejano país de los estanques, dt. Das ferne Land der Teiche) und wurde mit dem Premio Ojo Crítico ausgezeichnet; vier weitere Bände folgten. Der Autor hat zudem weitere Romane und Erzählbände sowie eine Dokumentation über den Einmarsch der spanischen Truppen im Irak publiziert.

La estrategia del agua ist eher ein Krimi der leisen Töne. Óscar Santacruz wird im Aufzug seines Hauses mit zwei Genickschüssen ermordet aufgefunden. Niemand hat etwas gehört oder gesehen. Es scheint das Verbrechen eines Profikillers zu sein, was allerdings verwundert, da es sich um einen relativ unscheinbaren Mann handelt. Vila, der gerade den Glauben an Justiz und Gerechtigkeit aufgegeben hat, weil ein von ihm dingfest gemachter Mörder wieder auf freiem Fuß ist, macht sich zunächst lustlos mit Chamorra und dem „Neuen“, Juan Arnau, an die Ermittlungen. Es scheint ein unspektakulärer Fall zu sein, denn gegen den Ermordeten liegt eine Anzeige wegen Misshandlung seiner Ex-Frau und wegen Drogenhandels vor. Sehr schnell gerät die Ex-Frau, eine skrupellose Anwältin, unter Verdacht, ihn wegen eines Sorgerechtsstreits um den gemeinsamen Sohn aus dem Weg geräumt zu haben. Óscars Schwester und seine Freundin bestätigen, dass er sich in der letzten Zeit bedroht gefühlt hat. Im Verlauf der Ermittlungen stellt sich tatsächlich heraus, dass Óscar Opfer übler Machenschaften wurde, dass seine vermeintlichen Vergehen bewusst inszeniert wurden, um ihn vor dem Familiengericht zu diskreditieren. Als das nicht funktioniert, engagiert seine Frau, die nachweislich psychisch gestört ist und Verbindungen zur Unterwelt hat, einen Profikiller, einen ehemaligen Kämpfer aus dem Kosovo-Krieg.

Man findet also die klassischen Ingredienzien des Genres: Eine Leiche, Motive, einen eingeschränkten Kreis von Verdächtigen, korrupte Anwälte, eine Fauna aus Unterweltbossen, südamerikanischen Drogenhändlern, osteuropäischen Kriminellen und einen unüberschaubaren Polizei- und Justizapparat.

Der Roman besteht aus langen Dialogpassagen, immer wieder unterbrochen durch die Reflexionen des Ich-Erzählers Vila. Und das ist auch das Hauptanliegen des Romans: Es geht nicht um Schusswechsel oder rasante Wendungen in der Handlung, sondern um die Reflexion über das Rechtssystem und globalisierte Gewalt in „Eurolandia“, über das moderne Leben in Mietskasernen mit Ikea-Möbeln und faden Talkshows, die Habgier der Menschen, die Einsamkeit, die Fehlbarkeit des Rechtssystem, das die Menschen schützen soll und sie manchmal zu Opfern macht. Es ist auch ein Porträt des modernen Spaniens (u.a. fällt auf, dass in dem Roman viele Schlüsselpositionen von Frauen besetzt sind), der Stadt Madrid, die immer dynamischer wird und ihr Flair einbüßt, und nicht zuletzt auch der Arbeit bei der Guardia Civil. Die Dialoge, lebensprall durch viele umgangssprachliche Wendungen und „tacos“ (Flüche etc.) mit einer insgesamt sehr geschliffenen, eleganten Rhetorik, bringen dem Leser die Figuren näher und sie sind streckenweise von beißender Ironie geprägt. Das dürfte in einer Übersetzung nicht leicht rüberzubringen sein.

Vila, die Hauptfigur, kommt recht sympathisch daher: Mittvierziger, geschieden, ein Sohn. Er hat leicht machohafte Züge, ist eher konservativ, aber ein unerbittlicher Kämpfer für die Gerechtigkeit mit nostalgischen Anflügen. Begeistert beschäftigt er sich mit zwei Denkern, deren Werke er sich bei dem Opfer „ausgeliehen“ hat, mit dem Stoiker Epiktet und dem chinesischen Militärstrategen Sunzi, von dem auch der Titel abgeleitet ist: Die beste Strategie im Kampf ist, formlos wie das Wasser zu sein, in die Winkel der Mauern zu fließen, keine Angriffsfläche zu bieten, kurz: Gewalt nicht mit Gewalt zu beantworten. So auch das Fazit: Óscar wurde getötet, aber er hat sein Ziel erreicht, nämlich seinen Sohn aus den Klauen einer Psychopathin zu befreien.

Keine klassische Krimispannung also, sondern der allmähliche Aufbau eines vielschichtigen Porträts in zwanzig gut strukturierten Kapiteln plus Epilog. Auch wenn es stellenweise etwas weitschweifig ist, habe ich das Buch gern gelesen - sprachlich ist es ein Genuss.

  • La estrategia del agua
    Die Strategie des Wassers
  • Startseite
  • Sitemap
  • Links
  • Impressum
  • Datenschutz
© 2012 New Spanish Books. All rights reserved.
Ministerio de Educación, Cultura y Deporte FEDER Instituto Español de Comercio Exterior Federación gremios editores España