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LA LIBERTAD VERTICAL. CONVERSACIONES SOBRE LA SAGRADA FAMILIA

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Autor: Etsuro Sotoo
Verlag: Ediciones Encuentro S.A., 2010, 191 Seiten
Genre: Kunst & Geschichte
GutachterIn: Francisco Uzcanga Meinecke

La libertad vertical (Die vertikale Freiheit) besteht aus einer Reihe von Gesprächen über die Sagrada Familia, die der japanische Bildhauer Etsuro Sotoo mit den spanischen Architekten Marc Llimargas und Pablo Oriol geführt hat. Zugleich enthält das Buch zahlreiche Kunstphotos des Hauptwerkes des katalanischen Baumeisters Antoni Gaudí.

Hintergrundinformation
Etsuro Sotoo (1953, Fukuoka, Japan) lebt seit über dreißig Jahren in Barcelona, wo er als Steinmetz, Bildhauer und Restaurator an der Vollendung der Sagrada Familia –den Anweisungen Gaudís folgend- mitwirkt. Er hat die Tore der Fachada del Nacimiento (Fassade der Geburt) entworfen und, unter anderem, die Skulpturen Los ángeles músicos (Die singenden Engel) und Las cestas de frutas (Die Früchtekörbe) gemeißelt. Zusätzlich zu seiner Arbeit an der Sagrada Familia hat er weitere Werke entworfen: Im japanischen Chohachi Art Museum von Matsuzaki und im Institut Fukuoka sind seine Skulpturen Der Alte und das Mädchen und Geburt ausgestellt. In seinem Heimatland gilt Etsuro Sotoo als angesehener Künstler. Er war auch als Gastprofessor an verschiedenen Universitäten und Instituten tätig.
Die Fotos des Bandes La libertad vertical stammen allesamt vom Architekten Marc Llimargas, der auch zuständig für die künstlerische Gestaltung des Buches ist. Seit Jahren arbeitet Llimargas als Kunstfotograf und heutzutage gilt er als der wichtigste Fotograf des Werkes Antonio Gaudís. Er hat an der Veröffentlichung von weiteren Bildbänden über Antonio Gaudí und über den Kunststil des Modernismo mitgewirkt.
Der Madrider Verlag Ediciones Encuentro hat sich seit seiner Gründung 1978 auf die Veröffentlichung von philosophischen, historischen, religiösen, pädagogischen und künstlerischen Werken spezialisiert. Der Verlag ist christlich orientiert und gilt in Spanien als der wichtigste Verleger katholischer Autoren des 20. Jahrhunderts.

Inhalt
Das Buch beginnt mit einer editorischen Notiz und einem kurzen Text, in dem der Fotograf Marc Llimargas das Projekt vorstellt und seine Teilnahme begründet. Es folgen 28 Kapitel, allesamt betitelt mit Überschriften, die den Inhalt des Gesprächsthemas synthetisieren: Die Arbeit ist eine Suche, Meine Begegnung mit Dalí, Die Farbe, Das Licht des Mittelmeers, In der Werkstatt, Meine Bekehrung... Obwohl auf der Titelseite das Wort Conversaciones (Gespräche) erscheint, sollte man hier eher von Interviews sprechen, an manchen Stellen sogar von Monologen des Hauptprotagonisten, Etsuro Sotoos. Die Beiträge Marc Llimargas’ und Pablo Oriols sind knapp und beschränken sich in der Regel auf Fragen; sie sind kursiv gedruckt und werden voneinander nicht differenziert, so dass man auch nicht unterscheiden kann, wer spricht.
Die über 200 Abbildungen Marc Llimargas’ bieten ein vollständiges, detailliertes und multiperspektivisches Panorama der Sagrada Familia. Sie werden durch kurze Fußnoten erläutert, manchmal werden sie auch von Zitaten aus der Bibel oder Kommentaren von Etsuro Sotoo begleitet.
Am Schluss des Buchs findet sich eine kurze Biographie des Bildhauers, die die Gesamtheit seiner Kunstwerke und seiner veröffentlichten Bücher umfasst.

Bewertung
Für den Leser bietet das Buch einen einmaligen Rundgang durch die Sagrada Familia, begleitet von einem der größten Kenner des Werkes Antonio Gaudís. Wie Etsuro Sotoo selbst erklärt, versucht er dabei nicht so sehr den Blick direkt auf Gaudí zu richten, sondern „dorthin, wo Gaudí selbst hinschaut“. Die 28 Kapitel wirken somit wie Stationen eines Rundgangs, bei dem der Leser mit Hilfe der detaillierten und qualitativ hervorstechenden Aufnahmen einen tiefen Einblick „vor Ort“ in den architektonischen und bildhauerischen Reichtum der Sagrada Familia erhält. Die Ausführungen Sotoos beschränken sich aber nicht nur auf den künstlerischen Aspekt. Als tiefgläubiger Mensch -durch seine Arbeit am Weiterbau der Kirche Gaudís bekehrte er sich zum Katholizismus- versucht er dabei den religiösen Sinn und die Spiritualität der beschriebenen Stellen zu betonen, eine Symbolik und tiefe Bedeutung, die zweifelsohne zur Universalität und Zeitlosigkeit der Sagrada Familia beigetragen haben.
Der privilegierte Blick eines selbsternannten Jüngers Gaudís auf die Sagrada Familia ist ein großes Verdienst des Buches. Hinzu kommt, dass die Sagrada Familia selbst seit dreißig Jahren die Werkstatt des japanischen Bildhauers ist; an vielen der Skulpturen hat er bei der Renovierung mitgewirkt und einige Werke selbst entworfen oder gemeißelt. Somit ist dieses Buch nicht nur ein Buch über Antonio Gaudí, sondern zugleich ein Buch über Etsuro Sotoo, ein Buch, das uns Einsicht in die Arbeitsmethode und das artistische handwerkliche Schaffen eines renommierten Bildhauers der Gegenwart gewährt.

Hinweis auf Übersetzungsmöglichkeiten
Eine Übersetzung ins Deutsche scheint mir sehr empfehlenswert. Die Sagrada Familia und das Werk Gaudís genießen in Deutschland große Anerkennung und Beliebtheit. Die Perspektive, die uns Etsuro Sotoo als Gaudí-Experte und als Mitwirkender am Weiterbau der Sagrada Familia bietet, trägt viel zu einem tieferen Verständnis der Kunst des katalanischen Architekten bei. Auch die Fotos, vor allem die Aufnahmen des Innern der Kathedrale, übertreffen in Detailliertheit und Qualität alle anderen Bilder, die bis dato über die Sagrada Familia veröffentlicht wurden. Wie beim Band El Pórtico de la Gloria, handelt es sich bei La libertad vertical um einen Kunstband, bzw. eine Studie, über ein religiöses Bauwerk, bei dem die christliche Komponente eine wichtige Rolle spielt; deswegen wäre es sinnvoll, das Buch in einem auf dieses Gebiet spezialisierten Verlag herauszugeben. Stil und Sprache bereiten bei der Übersetzung keine Probleme.

  • Vertikale Freiheit. Gespräche über die Sagrada Familia
    La libertad vertical. Conversaciones sobre La Sagrada Familia
    Vertikale Freiheit. Gespräche über die Sagrada Familia
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