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Der Autor und Ich-Erzähler begibt sich in „Tausend und ein Todesfall“ auf die Spur des Fotografen Castellón, der Mitte des 19. Jahrhunderts in Nicaragua geboren wurde. Castellón, der zu den schillerndsten und rätselhaftesten Figuren Nicaraguas zählt, reist mit 15 aufgrund der Kontakte seines inzwischen verstorbenen Vaters zum französischen Kaiser Napoleon III. nach Paris, um dort zu studieren. Er verkehrt in mondänen Künstlerkreisen rund um Chopin, George Sande, ist mit Gustave Flaubert und Ivan Turgejev bekannt. In Palma de Mallorca etabliert er sich in Gefolgschaft des illustren Erzherzogs Ludwig Salvator als Fotograf. Aufgrund der Judenverfolgungen flieht er jedoch in den 1930er Jahren gemeinsam mit seiner halbjüdischen Tochter und ihrem Mann von dort nach Warschau. Das junge Ehepaar wird im Ghetto auf offener Straße von Nazischergen ermordet. Der inzwischen greise Castellón hält sich und seinen Enkel mit Fotografien aus dem KZ Mauthausen über Wasser.
Nach und nach enthüllt Sergio Ramírez vor dem Hintergrund der sehr wechselvollen nicaraguanischen Geschichte Castellóns abenteuerliches Leben, das untrennbar mit den leidvollen Ereignissen eines von zwei Weltkriegen geschüttelten Europas verbunden ist.